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SM-Lexikon: A-E
24/7 Kennzeichnung einer DS-Beziehung, bei der die Rollenverteilung zwischen Dom und Sub konsequent 24 Stunden 7 Tage die Woche eingehalten wird.
A Abbinden Im Rahmen einer Session werden z.B. Brust oder Hoden mit Seilen, Lederbändern und ähnlichem abgebunden.
Absprache Besonders bei sich unbekannten Spielpartnern sollten vor einer Session die Vorlieben/Abneigungen und die medizinischen Voraussetzungen des Buttom geklärt werden (Bluter, Kreislaufbeschwerden, ggf. Herzschrittmacher etc.).Wichtig: Es muss unbedingt ein Safeword vereinbart werden, das bei Problemen von beiden Seiten in jeder Situation (auch bei Knebelung!) zum Abbruch des Spieles genutzt werden kann.
Absturz Eine Session, die - meist emotional bedingt - schiefgegangen ist.Abstürze (auch "Fehlspiele") betreffen überwiegend die Buttoms, aber auch Tops können "abstürzen", z.B. wenn sie überfordert wurden ( Top drop).Um den Partner nach einem Absturz wieder aufzufangen, sollte man ihm viel Zärtlichkeit und eine Extraportion Streicheleinheiten zukommen lassen und später auf jeden Fall mit ihm darüber reden, was schief gelaufen ist. Age Play Spiel mit dem Alter: Die Partner geben sich älter (z.B. "gestrenge Gouvernante") oder jünger ("ungezogener Schuljunge"), als sie wirklich sind. AIDS Erworbene Immunschwäche (engl.: Acquired Immune Deficiency Syndrome). Wie beim "klassischen" Sex sollte auch oder besonders bei Sadomasochismus auf Safer Sex geachtet werden.
aktiv (~er Part) Andere Bezeichnung für den Top.
Ampel-Code Eine gegenüber dem einfachen Okay-Code erweiterte Möglichkeit für den aktiven Part, sich ohne nennenswerte Störung der Session beim Bottom nach dessen Verfassung zu erkundigen. Für die Antwort des Bottom gilt dabei:"Grün" = Verfassung okay, Behandlung könnte verschärft werden "Gelb" = Verfassung okay, Behandlung aber etwas langsamer fortsetzen "Rot" = Verfassung nicht okay, Behandlung abbrechen! anal Den After betreffend. Analdehnung Der Anus wird mit Fingern, (Butt-)Plug, Dildo oder Faust gedehnt.Analverkehr Auch "Pedicatio", vulgär "Arschficken". Geschlechtsverkehr durch den "Hintereingang". HIV-Infektion!
AndreaskreuzMeist aus Holzbalken gezimmertes, mit reichlich Befestigungsösen versehenes Standardmöbel im SM-Studio zum (in der Regel waagerechten) X-förmigen Aufspannen des Bottom. Luxusausführungen können auf einer Achse gedreht werden, um den Bottom ohne Umfesselung auf den Kopf zu stellen.
Anilingus Rimming.
Anus Unterster Darmabschnitt. Diese hocherogene Zone wird auch "Rosette" genannt. Aphrodisiakum Die sexuelle Lust anregende(s) Substanz/Mittel. Arschficken Vulgär für Analverkehr.
Arschlecken Vulgär für Rimming.
Arztspiele Klinik-Spiele.
Atemkontrolle Deutsch für Breath Control.
Aufspannen (der Gliedmaßen) Der Buttom wird an Händen und Füßen z.B. auf einer Streckbank fixiert. Die extreme Streckung (und Unbeweglichkeit) des gesamten Körpers erzeugt bei ihm das Gefühl des totalen Ausgeliefertseins.
Automasochismus Das Selbstzufügen von Schmerzen als Experiment oder zur Selbstbefriedigung in Ermangelung eines/einer geeigneten Partners/Partnerin. Breath Control sind bei autoerotischen/automasochistischen Praktiken die häufigste Todesursache ("Auto Erotic Deaths"), da die bei Auslösung des Carotis-Sinus-Reflex erforderliche rasche Hilfe nicht geleistet werden kann.
B Bastonade Schläge auf die Füße, vornehmlich auf die Sohlen, z.B. im Rahmen von Bestrafungsspielen.
BDSM Abkürzung für Bondage & Discipline, Domination & Submission, Sadism & Masochism. Deutsch: Fesselung & Erziehung, Beherrschung & Unterwerfung, Sadismus & Masochismus. BDSM umfasst insofern einen weitaus größeren Bereich als SM.
Benutzungsspiele Der Buttom wird zum nahezu unbegrenzt verwendbaren Lustobjekt degradiert (anale Benutzung, "Aschenbecher", menschliche Toilette etc.).
Beschneidung Operative Manipulation an den weiblichen und männlichen Genitalien, teilweise (auch in Europa) aus "hygienischen", meist jedoch (in den Ländern der Dritten Welt) aus religiösen Beweggründen. Man unterscheidet dabei: Excision = Amputation der Klitoris Infibulation = Zusammennähen der Schamlippen Incision = Einritzen der Vorhaut Circumcision = Entfernung der Vorhaut. Bestrafungsspiele Auch "Erziehungsspiele". Der Buttom wird für begangene Fehler mehr oder weniger streng bestraft, damit er sich seiner "Vergehens" bewusst wird.
Blind Date Verabredung mit einer bislang unbekannten, z.B. via Kontaktanzeige kennengelernten Person. Covern sollten hierbei unbedingt getroffen werden.
Bloodsports Spielart, bei der Blut eine übergeordnete Rolle spielt (z.B. Cutting, Nadeln).Bodyart Die dauerhafte oder vorübergehende künstlerische "Verzierung" des Körpers z.B. mittels Branding, Cutting, Piercing oder Tattoos.
BondageFesselungsspiele mit Seilen, Ketten oder Hand- und Fußfesseln. Aufgrund der schier unbegrenzten Spielarten, bei der die Ohnmacht des Bottom in teilweise äußerst erniedrigenden Positionen im Vordergrund steht, ist Bondage als eigenständige Form des Sadomasochismus zu verstehen.Eine besonders kunstvolle Form ist die Japan Bondage.
Bottom Engl. für "unten". In SM-Kreisen ein Begriff für den passiven Part in einer Session im Gegensatz zum Top.
Branding Beim Branding, einer Form der Bodyart, wird mit sehr heißen Metallstücken die Haut nach bestimmten Mustern verbrannt, um aus den verheilten Narben ein permanentes Bild zu erzeugen.Neuerdings werden "Brandings" auch mit extremer Kälte erzeugt. Breath Control Foltermethode, bei der dem Bottom z.B. durch Würgen oder spezielle Masken die Luftzufuhr abgeschnitten bzw. eingeschränkt wird. Sadomasochisten, da hierbei der Carotis-Sinus-Reflex ausgelöst werden und die dann erforderliche rasche Hilfe nicht geleistet werden kann.
Butt-PlugEin kegelförmiges Instrument ("Analstöpsel"), welches in den After eingeführt wird. Es besitzt eine breite Basis, damit es vom Schließmuskel festgehalten wird und nicht heraus- oder weiter hineingleiten kann. C Carotis-Sinus-Reflex Regelmechanismus des Blutdrucks am Hals. Entlang der Halsschlagadern (Carotiden) sind beim Menschen Sensoren vorhanden, die über einen Regelkreis dafür sorgen, dass bei einem den Sollwert überschreitenden Druck der Blutdruck gesenkt wird. Diese Sensoren können auch durch mechanischen Druck von aussen - z.B. im Rahmen von Würgespielen - aktiviert werden, was wiederum zu einem reflexartigen Abfall des Blutdrucks und sofortiger Ohnmacht des Bottom mit Todesfolge führen kann.
Christopher Street Day (CSD) Große Straßenparade, die ursprünglich von Schwulen initiiert wurde, um gegen die Vorurteile und Benachteiligungen von Schwulen zu demonstrieren. Der erste CSD fand angeblich in Australien statt, von wo aus er sich in der ganzen Welt verbreitete. Heute nehmen auch andere Minderheiten, wie auch die Sadomasochisten, an den CSDs teil, um für mehr Toleranz und Akzeptanz zu demonstrieren. Der größte CSD in Europa findet alljährlich in Köln statt. Mittlerweile findet er alle Jahre auch in Berlin, Hamburg, Köln, Hannover, Wien und einigen anderen europäischen Städten statt. Cock (and Ball) Torture Oft als Folter ausgeprägtes Spiel mit Penis und (ggf.) Hoden des Bottom.
Cockring(Metall-)Ring, der die Hoden, das Glied oder beides umschließt und so eine Erektion verlängern bzw. das Abspritzen verhindern soll. Code Hanky Code.
Codewort Safeword.
Comming out Ursprünglich aus der Schwulen- und Lesbenszene stammender Begriff (auch "Outing"): Seine Neigungen annehmen und gegenüber sich selbst sowie gegenüber der Öffentlichkeit zu ihnen stehen. consensual Engl. für "einvernehmlich" ( SSC).
Covern Wichtig bei Treffen mit noch unbekannten Partnern ( Blind date): Man vereinbart mit einer Person des Vertrauens bestimmte Zeitpunkte, zu denen man sich telefonisch bei ihnen meldet, und/oder nennt ihr Eckdaten wie z.B. den Namen des/der Unbekannten und den Ort des Treffs. Unterbleibt die Rückmeldung, kann die Vertrauensperson reagieren und die im Vorfeld vereinbarten Maßnahmen ergreifen.
Crossdressing Begriff für das Tragen von Kleidungsstücken des anderen Geschlechts. Bei Menschen mit dieser Neigung muss es sich nicht automatisch um Transsexuelle oder Homosexuelle handeln, ebenso besteht keine zwangsläufige Relation zum Sadomasochismus.
CSD Christopher Street Day (CSD).
Cunnilingus Oralverkehr mit einer Frau. Unter Zuhilfenahme von Dental dams kann auch bei dieser Spielart Safer sex praktiziert werden.
Cutting Schneidespiele als Form der Bloodsport, bei welchen mit Messern (Skalpell) oder Nadeln die Haut des Bottom verletzt wird. Tops überlassen). Außerdem unbedingt den Wundbereich desinfizieren. Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn man dabei in Kontakt mit Blut kommt (Gefahr einer Infizierung mit Aids, Hepatitis und anderen Infektionskrankheiten)!
D Darkroom Verdunkeltes Zimmer, häufig in der Schwulenszene und in Swingerclubs gebräuchlich, wenn anonymer Sex angesagt ist. de Sade Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade (1740-1814). Französischer Philosoph, Schriftsteller (u.a. "120 Tage von Sodom") und Namensgeber des Sadismus. Die Schilderungen de Sades entsprechen eher dem Realsadismus als dem im SM praktizierten erotischen Sadismus.
Dehnungsspiele Analdehnung, auch "Fisting".
Dental dam Latextuch aus der Kieferchirurgie (ca. 10 x 10 cm), das Safer sex bei Cunnilingus ermöglicht.
Deprivation (sensorisch) Engl. für Sinnesentzug. Dem Buttom werden z.B. durch Augenbinde, Ohrstöpsel, Latexmasken etc. die Sinneswahrnehmungen weitestgehend entzogen. Dies verstärkt die Wahrnehmung der verbleibenden Sinne bzw. die Empfindlichkeit des Buttoms insgesamt.
deviant "Abweichend(es Verhalten)". Alternativer, etwas neutralerer und vor allem in der Psychologie verwendeter Begriff für "Perversion". devot Unterwürfig, bereit, zu dienen. DildoKünstlicher Penis, erhältlich in unterschiedlichen Materialien, Farben, Stärken und Formgebungen. Sonderausführungen u.a.: Doppeldildo, mit Vibrator, mit Anschluss für Elektrostimulation. Dom Engl. Abkürzung für dominant (beherrschend, vereinnahmend). In DS-Spielen oder DS-Lifestyle-Partnerschaften übernehmen männliche "Doms" bzw. weibliche "Dominas" (auch Herr/Herrin, Mister/Mistress, Sir/Lady etc.) diesen Part. Dresscode Engl. Bezeichnung für Kleiderordnung. Auf vielen SM-Parties und anderen Veranstaltungen wird die Erfüllung einer bestimmten Kleidervorschrift (z.B. Lack/Leder/Latex, andere Fetisch-Outfit oder gemäßigte schwarze Kleidung) vorausgesetzt.
DS Abkürzung für "Dominance and Submission" (Beherrschung und Unterwerfung). Im Gegensatz zum "klassischen" SM versteht man unter DS die Ausprägung von Machtstrukturen zwischen dem dominanten und dem submissiven Part, die nicht zwingend Schmerz oder Demütigung beinhalten müssen. DS kann innerhalb einer Session Thema sein, durchaus aber auch als Beziehungsmodell angesehen werden ( 24/7, EPE oder TPE).
DSM Abkürzung für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, quasi die "Bibel" der Psychologen mit einer detaillierten Klassifizierung aller psychischen Störungen/Krankheiten. Gemäß DSM IV - ist Sadomasochismus nicht per se krankhaft- kann ein Sadomasochist, der keinen Leidensdruck und insofern auch keinen Heilungswunsch verspürt und keine Funktionseinschränkungen im täglichen Leben aufweist, nicht als krank eingestuft werden - gelten dementsprechend konsensuelle Sadomasochisten, die zu ihren Neigungen stehen und gesellschaftlich integriert sind, als nicht krank und nicht pervers. E Endorphine Hormone, die der Körper bei Stress oder Schmerz ausschüttet. Endorphine bewirken u.a. den "Kick", der sich bei vielen Bottoms nach einer bestimmten, individuell unterschiedlichen Behandlungsdauer einstellt. Durch die Endorphin-Ausschüttung erhöht sich die Schmerztoleranz des Buttoms.
EPE Abkürzung für Erotic Power Exchange. In dieser Art der DS-Beziehung ist es dem dominanten Part freigestellt, jederzeit die Macht über das Sexualleben des submissiven Parts zu übernehmen bzw. dessen sexuelle Orientierung zu bestimmen.
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