|
SM-Lexikon: K-P
K KAP Kink Aware Professionals: Eine in den USA gegründete Gruppe von Ärzten, Psychologen, Therapeuten und Rechtsanwälten, die sich wertfrei gegenüber nicht der Norm entsprechenden sexuellen Ausrichtungen verhält. Im deutschsprachigen Raum hat der BDSM Berlin als Vorreiter eine KAP-Liste veröffentlicht (vorerst nur Ärzte), mittlerweile haben auch andere Gruppierungen ihre Aktivitäten in dieser Richtung verstärkt. Katheter Ein dünnes, weiches oder halbstarres Kunststoff-Schläuchchen, an dessen Ende sich ein Beutel befindet. Der Katheter wird z.B. bei Klink-Spielen durch den Harnleiter eingeführt, um so auf künstlichem Weg Harn ablassen zu können.
Katheterisierung Das Legen eines Katheters.
Katze Riemenpeitschenart ( Neunschwänzige Katze).
Kaviar Anderes Wort für Kot. AIDS, Hepatitis und andere Viruserkrankungen denken!
KeuschheitsgürtelDas Tragen eines Keuschheitsgürtel verwehrt dem Passiven die Möglichkeit von Geschlechtsverkehr, da der Zugang zu den Genitalien verwehrt wird und lediglich eine Öffnung zum Harnlassen vorhanden ist. Speziell im DS-Bereich bzw. in 24/7-Beziehungen, in welcher der Dominante beliebig über die Sexualität des Devoten bestimmt, kommt der Keuschheitsgürtel zur Anwendung.
KlammernEines der beliebtesten Utensilien zum Foltern des Bottom. Am häufigsten werden Wäscheklammern, Tischtuchhalterungen, Zugklammern, Krokodil- und Laborklemmen verwendet, die beliebtesten Ansetzstellen sind der Genitalbereich und die Brustwarzen. Klinik-Spiele Sessions mit typischen Rollenverteilungen wie Arzt/Patient oder Krankenschwester/Patient. Zu Klinik-Spielen zählen unter anderem Katheterisieren, Einläufe, Rektaluntersuchungen, gynäkologische Untersuchungen, Cutting, Nadeln u.ä. Sehr beliebt sind Untersuchungen auf einem Gyn-Stuhl, da der Passive in einer äußerst demütigenden und wehrlosen Stellung freien Einblick und Zugriff auf sein Geschlecht gewährt.
Klistier Ein Einlauf mit meist lauwarmen Wasser, der gewöhnlich mittels Trichter und Schlauch verabreicht wird. In den Apotheken sind alternativ rezeptfreie Miniklistierampullen, die sehr schnell ihre Wirkung zeigen. Ein Einlauf empfiehlt sich aus hygienischen Gründen (und zur Intensivierung der Penetration) vor allem bei Analdehnung und Analverkehr. KnebelDer Knebel, auch "Gag" genannt, hindert den Passiven am Sprechen und unterdrückt dessen (Schmerzens-)Schreie. Wohl am häufigsten verwendet wird der "Ballknebel", den es auch in aufblasbarer Version gibt. Safeword durch den Passiven nicht gänzlich verhindern. Auf keinen Fall sollte man dem Passiven einfach ein Tuch (oder Wäscheteil) in den Mund stopfen, da dabei Erstickungsgefahr besteht.
KorsettBekleidungsstück aus dem Mittelalter, das Frauen zu einer sog. "Wespentaille" verhalf. "Echte" Korsetts sind äußerst kompakt, haben Streben aus Metall eingearbeitet und eröffnen durch die Art der Schnürung die Möglichkeit, den Körperumfang je nach Übung der Trägerin um viele Zentimeter zu reduzieren. (Tipp: Das erste Korsett sollte 5-10 cm weniger als der eigentliche Taillenumfang aufweisen). L Lack & Leder Verkürzende Bezeichnung für SM und Fetisch: Lack und Leder bilden nur einen kleinen Bruchteil fetischistischer Neigungen ab.
Le fleur du mal Nach Baudelaires Roman (dt.: "Die Blumen des Bösen") in der Szene gerne genutztes Wortbild (u.a. Name einer Partyreihe der "Schlagzeilen"). Leather Pride FlagEin in der heterosexuellen BDSM-Szene mittlerweile weit verbreitetes, von Dr. Anthony DeBlase entworfenes und 1989 erstmals vorgestelltes Emblem. Die Untergrundfarbe Weiß steht für "die Reinheit einer offenen, ehrlichen und einvernehmlichen Beziehung", Schwarz für Leder und Blau für Denim-Jeansstoff. Lokalanästhetika Betäubende Stoffe wie z.B. Benzocain- oder Lidocain-Salben, mit denen z.B. bei Nadelspielen oder Piercing kurzfristig kleinere Stellen des Körpers schmerzunempfindlich(er) gemacht werden können. Fisting oder andere anale Behandlungen!
M Male Domination Gegenstück zur Female Domination ( Femdom, Frauenherrschaft), also männliche Dominanz im Gegensatz zur Male Submission.
Male Submission Männliche Unterwerfung. Manifest (sadomasochistisches ~) Das erste sadomasochistische Manifest wurde 1991 von der AGSMÖff (Arbeitsgemeinschaft SM & Öffentlichkeitsarbeit) publiziert, zwischenzeitlich haben viele SM-Gruppen und -Initativen daran angelehnte Manifeste erarbeitet, um die eigene Gesinnung und Vereinsphilosophie darzustellen. Marquis de Sade de Sade.
Masochismus Nach Leopold v. Sacher-Masoch benannte Lust am bzw. Sucht nach Schmerz, körperlicher Erniedrigung und Gequältwerden (erotischer M.). Entgegen landläufiger Meinung besteht zwischen dem mit schweren pathologischen und klinischen Zuständen einhergehenden krankhaften M. ( Realmasochismus) und Sadomasochismus keine unmittelbare Verbindung, wie auch in DSM IV bestätigt wird.
Master / Mistress Eine von vielen Bezeichnungen für den aktiven Part (auch: Dom/Domina, Herr/Herrin, Sir/Madame etc.).
Mayday International gültiges, aus der See- und Luftfahrt entliehenes Safeword bei SM- Sessions, insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen.Gleichzeitig Name einer im Frühjahr 2001 gegründeten Initiative zur Unterstützung von SM-Missbrauchsopfern. Melken Machtspiel mit Missbrauchscharakter, bei dem der passive Mann immer wieder zum Abspritzen gezwungen wird - eine mit der Zeit ausgesprochen schmerzhafte Variante der Sexfolter.
Metakonsens-Spiele Bei diesen in der Szene höchst umstrittenen Sessions wird auf eine Absicherung durch Safewords verzichtet, wodurch der passive Part der Möglichkeit beraubt wird, aus dem Spiel durch Abbruch "auszusteigen".
Middle Engl. Synoym für Switch.
Monoglove Ledersack, mit dem die Arme des Bottom starr auf dem Rücken gefesselt werden, was u.a. ein starkes Durchdrücken ("Anbieten") der Brust bewirkt.
Mumifizierung Spielart der Ganzkörper- Bondage u.a. mittels Klebeband, Frischhaltefolie etc.Mysophilie Fachbegriff für Geruchs- und Geschmacks- Fetisch.
N Nadelspiele Durchstechen der oberen (!) Hautschichten mit medizinischen (z.B. Akupunktur-)Nadeln und Kanülen. Nassspiele Natursekt, auch "Harnspiele", "Pissspiele", "Wassersport" bzw. "Watersport" oder "Golden shower".
National Leather Association (NLA) Amerik. Dachverband des Sadomasochismus, der elemantar für die Benennung und Vermittlung der SM-Grundsätze SSC (Safe, Sane, Consenual = Sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich) war. Natursekt (NS) Spiele mit Urin (auch "Harnspiele", "Nassspiele", "Pissspiele", "Wassersport" bzw. "Watersport" oder "Golden shower"). Urinspiele werden gerne als Demütigungsspiele eingesetzt. Dabei kann es sich je nach "Gusto" des Tops um Anpinkeln des Körpers oder des Gesichts des Bottoms oder auch erzwungenes Trinken des fremden Urins handeln. Je mehr Flüssigkeit der "Spender" getrunken hat, desto neutraler ist der Geschmack des Urins, bis er von Wasser kaum mehr zu unterscheiden ist. Hepatitis A und B.
Nazi-/Uniform-Spiele SM-Rollen-, Verhör- und Folterspiele, die in Deutschland aus primär geschichtlichen Gründen stark tabuisiert sind, sich in USA und England aber großer Beliebtheit erfreuen. Die Rollen werden hierbei als extremes Machtinstrument eingenommen, lassen aber - ebenso wie bei anderen Rollenspielen (z.B. Lehrer/Schüler) keinen zwingenden Schluss auf reale Verhaltensweisen und Einstellungen der Teilnehmer zu. Noncon (NC) Kurzform von "nonconsensual", was soviel bedeutet wie "nicht einvernehmlich" oder - zumindest in dieser verschärften Form nicht akzeptabel - "gegen den Willen" des Betroffenen. Noncon-Phanatasien Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in der SM-Praxis holen sich viele SMer in ihrem Kopfkino gerne den besonderen "Kick" gerade mit der Vorstellung, willenlos ausgeliefert zu sein, "gezwungen und beherrscht zu werden". Neunschwänzige (Katze) Häufig verwendetes Schlaginstrument. Peitsche mit normalerweise 9 Riemen (engl.: "Nine tails"). NS Abkürzung für Natursekt.
O O (Ring der ~)Bezugnehmend auf den Buchklassiker "Die Geschichte der O" von Pauline Reage (erschienen 1954 in Frankreich) geläufige Bezeichnung für eine Sklavin. Der berühmte "Ring der O" - ein Schmuckring, der einen weiteren kleinen Ring aufweist - wird in der SM-Szene gerne als Erkennungszeichen getragen (üblicherweise Aktive an der linken, Passive an der rechten Hand).
Oben "Oben spielen" bezeichnet die Rolle des aktiven Spielers bei einer Session. Dementsprechend kommt dem passiven Part die "untere" Rolle zu.
Okay-Code Im Rahmen einer Session gibt der Bottom mit dem Okay-Code auf Nachfrage (des ggf. unsicheren) aktiven Parts zu verstehen, dass er mit der Intensität des Spiels und mit seiner eigenen Verfassung klar kommt.Eine erweiterte Form dieser Rückversicherung ist der sog. Ampel-Code.
OWK Abkürzung für "The Other World Kingdom", eine kommerzielle, von "Besuchern" höchst unterschiedlich beurteilte SM-Einrichtung auf einer Burg in Tschechien, die von professionellen Dominas unter dem Regime von "Königin Patricia I." geführt wird. Männer werden dort ausschließlich als zahlende Sklaven geduldet. Es sind auch längere Aufenthalte möglich. Das OWK verfügt sogar über ein eigenes Wappen und eine eigene Währung (1 DOM). Outing Coming out.
P PaddleFlaches, paddelähnliches Schlagwerkzeug. PanikhakenIm Reitsport verwendeter Spezialhaken, der sich auch unter Belastung öffnen lässt und dadurch vor allem vor allem bei Hängespielen in kritischen Situationen (falls z.B. der Bottom ohnmächtig wird) eine wesentlich höheres Maß an Sicherheit bietet.
Paraphilie Medizinischer Fachbegriff für alle landläufig als "Perversion" bezeichneten "krankhaften" Formen des Geschlechts-/Sexuallebens. passiv (~er Part) Andere, nicht ganz stimmige Bezeichnung für den Bottom (auch der Bottom kann durchaus aktiv sein).
Pedicatio Anderer Ausdruck für Analverkehr.
PetgamesSpiele, in denen der Bottom wie ein Tier behandelt/abgerichtet wird, z.B. als Pferd ( Ponyplay) oder Hund.
Piercing Engl. Bezeichnung für die (mehr oder weniger tiefe) Durchstoßung der Haut mit einem sehr dünnen Gegenstand, meist einer Nadel. Heute eine weit verbreitete Form der Bodyart.
PinwheelMit spitzen Zacken oder Nadeln besetztes Rädchen, ähnlich dem Musterrädchen aus Mutters Schneiderwerkstatt. Das Rollen über die Haut des Bottom erzeugt je nach Stärke des Drucks eine starke Nervenreizung bis hin zu heftigem Schmerz.
Plug Auch Butt-Plug. Andere Bezeichnung fr Anal- Dildo oder "Analstöpsel".
Ponyplay Form des Petgame. Der Bottom wird hier wie ein Pferd "kostümiert" (ggf. gesattelt) und auch als solches behandelt/dressiert (im OWK werden sogar "Pferderennen" mit allem Drum und Dran veranstaltet!).
Public Play SM-Spiel in der Öffentlichkeit, z.B. während einer SM-Party oder auf speziellen Erotik-Messen. weiter Q-Z zurück zum Such-Index |