SM-Lexikon: Q-Z


Q

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R

Rainbow Flag
Die Rainbow Flag (dt.: Regenbogenflagge) ist ein Zeichen, mit dem sich Schwule und Lesben offen zu ihrer Homosexualität bekennen. Das in vielen verschiedenen Formen (Button, Sticker, Aufkleber etc.) erhältliche Emblem wurde 1978 von Gilbert Baker aus San Francisco entworfen.

Reage, Pauline
Pseudonym der französischen Schriftstellerin Dominique Aury (gest. 1998), deren Romane "Geschichte der O" und "Rückkehr nach Roissy" Weltruhm erlangt haben.

Realsadimus
Sexualverbrechern und sonstigen Gewalttätern attestierte psychopathologische Form des Sadismus als schwerer klinischer Zustand.
In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Schnittmenge von Realsadisten und Sadomasochisten (erotischer Sadismus) nicht signifikant ist, d.h. sich im normalen Bereich bewegt. Ein unmittelbarer kann demnach ausgeschlossen werden (vgl. auch DSM IV).

Realmasochismus
Hier gilt das gleiche wie beim Realsadismus: Es muss ganz klar zwischen Realmasochismus (krankhaft, schwerer psychopathologischer Zustand) und erotischem Masochismus im Zusammenhang mit Sadomasochismus unterschieden werden.

Rimming
Lecken oder Penetrieren (Eindringen) des Afters mit der Zunge.
Erhöhte Übertragungsgefahr für diverse Viruserkrankungen wie AIDS, Hepatitis etc.!

Rohrstock
Langer, dünner Stock aus Rattan, der bei Flag-Sessions häufig verwendet wird (insbesondere Lehrer/Schüler-Rollenspiele).
Verzichten sollte man unbedingt auf Bambus-Rohrstöcke, da diese relativ leicht splittern, was zu üblen Verletzungen ggf. mit Narbenbildung führen kann.

Rosette
Anus.

S

Sacher-Masoch
Leopold Ritter von Sacher-Masoch wurde als renommierter Literat des 19. Jahrhunderts und Schöpfer des Werkes "Venus im Pelz" zum unfreiwilligen Namensgeber des Masochismus. Im Gegensatz zu de Sade wurde der Begriff noch zu seinen Lebzeiten eingeführt, er selbst scheiterte im wirklichen Leben daran, seiner extrem subissiv-masochistischen Neigung (u.a. Sklavenverträge mit seiner Frau Wanda) nachzukommen.

Sadismus
Unter erotischem Sadismus versteht man die Lust bzw. Sucht zu quälen.
Fälschlicherweise wird krankhafter Sadismus (Realsadismus) häufig mit Sadomasochismus in Verbindung gebracht.

Sadomaso
Gewöhnlich in der Regenbogenpresse benutzte, abwertend klingende Abkürzung für Sadomasochismus.

Sadomasochismus (SM)
Bezeichnung für eine sexuelle Minderheit, die alternativ zum "normalen" Sex eine besondere Erregung aus Spielen mit Machtgefälle und Schmerzen gewinnt.

Safer Sex
Wie beim "konventionellen" Sex besteht auch beim SM eine nicht zu unterschätzende Infektionsgefahr für verschiedene Krankheiten wieAIDS oder Hepatitis. Insbesondere bei Praktiken wie Cutting, Piercing, Cunnilingus etc. ist optimale Vorsorge unter Zuhilfenahme z.B. von Handschuhen, Kondomen oder Dentaldämmen (Dental dam) angesagt.

Safe, Sane and Consensual (SSC)
Zu deutsch: "Sicher, gesund und einvernehmlich". Oberste Maxime der sadomasochistischen Subkultur.

Safeword
Codewort, mit dem ein Partner eine Session im Notfall sofort beenden kann, falls etwas falsch läuft. In der internationalen Szene hat sich "Mayday" etabliert.
Das Safeword sollte so gewählt werden, dass es vom Bottom auch bei Knebelung noch artikuliert werden kann.

Safewort
Eingedeutsche Version von Safeword.

Scarification
Form der Bodyart, bei der durch gezieltes Zufügen von Wunden (z.B. durch Cutting oder Branding) eine kunstvolle, in der Regel permanente Narbenbildung erreicht wird. Scarification ist - wie Bodyart generell - nicht zwangsläufig mit Sadomasochismus in Verbindung zu bringen.

Scat
Engl. Ausdruck für Spiele mit Kot (Kaviar).

Sensuous Magic
Die "sinnliche Magie", ein von der amerikanischen Autorin Pat Califia geprägter Begriff, wird - auch wegen des gleichen Kürzels - gelegentlich als Umschreibung für SM gebraucht.

Serva / Servus
Lat. für Dienerin/Diener.

Session
Eine zeitlich und/oder räumlich begrenzte SM-Handlung mit beliebig vielen Teilnehmern (auch "Spiel" zur bewussten Unterscheidung von Realität).

Slowword
Spezielles Safeword, mit dem der Passive anzeigt, dass der Aktive in der (Be-)Handlung langsamer verfahren soll. Dies entspricht der Farbe Gelb beim sog. Ampel-Code.

SM (S/M)
Abkürzung für Sadomasochismus, wobei die korrekte Bezeichnung eigentlich "Sadismus & Masochismus" lauten müsste. Grundsätzlich kann zwischen zwei Ausprägungen unterscheiden: dem klassischen SM (Lust am Schmerz) und DS (Lust an der Unterwerfung, auch als Lifestyle).

Spanking
Schlagspiele mit der Hand. Die Besonderheit des Spanking liegt darin, dass einerseits auch der Aktive je nach Intensität der Behandlung einen gewissen Schmerz verspürt (Gefühl für die richtige Dosierung) und andererseits die beim Schlagen mit Peitschen etc. gegebene Distanz zwischen Buttom und Top aufgehoben ist (Sonderfall Ohrfeigen).

Spekulum
Aus dem Lat.: (Hand-)Spiegel. Trichter- oder röhrenförmiges Instrument, das zu Untersuchungszwecken in die natürlichen Körperöffnungen eingeführt wird (Klinik-Spiele).

Spiel
Session.

SSC
Abkürzung für Safe, Sane & Consensual.

Stino
Abkürzung für "stinknormal". Teilweise als abwertend empfundene Bezeichnung der SM-Szene für nicht SMler (Vanilla).

Strap-on-Dildo
Dildo zum umschnallen, benutzt in erster Linie von Dominas, um Bottoms oder Sklavinnen zu vögeln.

Sub
Abkürzung für "submissive" (sich beherrschen lassend). Submissive sind demnach die sich unterwerfenden Partner in DS-Spielen oder -Lifestyle-Partnerschaften.

Suspension Bondage
Bondage-Art, bei der der Passive freischwebend aufgehängt wird. Besonders geeignet hierfür sind Fallschirmspringergurte, Haltegurte von Kletterern oder spezielle Ganzkörper-Harnesse.

Switch
Sadomasochist, der in SM-Spielen zwar in der Regel auf eine der beiden Rollen fixiert ist, von Zeit zu Zeit aber auch einmal gerne wechselt (Turnaround).

T

Tawse
Längliches Schlaginstrument aus einem oder zwei übereinander liegenden, am Ende gespaltenen Lederstreifen.

Top
Begriff für den aktiven, dominanten Partner in einem SM-Spiel (Gegenteil: Bottom).

Top drop
Engl. Ausdruck für Schuldgefühle, mitunter Depressionen des Aktiven nach einer Session. Top drops sind nicht auf den Absturz eines Spiels beschränkt, sondern können auch nach erfolgreichem Verlauf auftreten.

Topping from the Bottom
Versuch des Bottom, seinen Top durch renitentes Verhalten (mangelnde Unterwürfigkeit, Befehlsverweigerung etc.) bewusst zu manipulieren, z.B. um eine besonders harte Behandlung zu provozieren. Derartige "Aktivitäten" sind unter Sadomasochisten verpönt.

Toys
Engl. für "Spielzeug": Kleinutensilien im SM-Spiel - quasi das "Handwerkszeug" der Tops (Klammern, Gewichte, Dildos, Butt-Plugs, Penisringe, Kerzen etc.).

TPE
Abkürzung für Total Power Exchange: Die extremste Form des DS-Lifestyles, in der der submissive Part sämtliche Kontrolle und Rechte (die totale Macht) an den dominanten Part abgibt.

Trampling
Engl. für das Gehen, Stehen oder Herumtrampeln auf dem ausgestreckten Körper des Bottom.

Transvestit (TV)
Begriff für Menschen, die gerne Kleidungsstücke des anderen Geschlechts tragen (auch Crossdressing). Eine notwendige Relation zum Sadomasochismus besteht nicht.

Trierer Studie
Anderer Name für das SM-Standardwerk "Sadomasochismus - Szenen und Rituale" von Thomas Wetzstein und anderen. Die soziologische Abhandlung gilt als die beste Arbeit über die deutsche sadomasochistische Subkultur.

Tunnelspiel
SM-Spiele, die sich verselbständigen und dem Willen beider Parts entziehen - einmal in Gang gesetzt können sie nicht mehr abgebrochen werden (z.B. Auftragen einer Rheumasalbe auf die Genitalien).
Dass hier besondere Vorsicht geboten ist, liegt auf der Hand!

Turnaround
Wechsel der Rollen während einer Session (Switchen, auch "Flipping").

V

Vanilla
Engl. für "Vanille". Begriff für nichtsadomasochistische Praktiken, auch "Vanille-" oder "Blümchensex" (vgl. Stino).

W

Wassersport
Natursekt.

Watersports
Natursekt.

Wheelpain
Pinwheel.

Wrap around
Flexible Schlaginstrumente wie Peitschen oder Reit-Gerten haben die Eigenschaft, sich um den Körper des Passiven zu wickeln (das sog. "Umschlagen").
Das Ende des Schlaginstrumentes wird dabei extrem schnell (teilweise sogar Überschallgeschwindigkeit!) und kann so ernste Verletzungen hervorrufen.

X

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Y

Y-Stellung
Eine Stellung, bei der der Bottom mit gespreizten Beinen und zusammengebundenen, zur Decke gezogenen Armen steht und daher wie ein auf dem Kopf gestelltes Y aussieht. Hierdurch werden vor allem die Genitalien für Manipulationen frei zugänglich, ohne dass der Bottom sie bedecken könnte. Dies erzeugt bei ihm ein Gefühl der Ausgesetztheit und Verwundbarkeit.


Z

Copyright: Atelier EisenZankgeige
Historische Hals/Arm-Eisenfessel, bei der die Hände vor dem Gesicht des/der Bestraften fixiert sind (ursprünglich wurden so "unablässig zankende Weiber" zur Schau gestellt).

Zoophilie
Ausschließliches oder zumindest bevorzugtes Ausleben der Sexualität mit Tieren (in der Phantasie!).


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